Unsere Haltung und unsere Bewegungsmuster sind neben oft unbewusster Muskelanspannung maßgeblich für die Belastung unseres Bewegungsapparates. Im Laufe unseres Wachstums und auch später noch durch unsere körperlichen Aktivitäten bilden sich diese aus und bestimmen, wie sich unsere Muskulatur und damit auch unser Skelett entwickelt. Lange können etwaige Fehlhaltungen und Fehlbelastungen kompensiert werden, irgendwann treten jedoch nach Überlastung oder aufgrund der langen Dauer einer Fehlbelastung Beschwerden auf, da es den Körper bzw. die Muskeln viel Kraft kostet, diese unökonomischen Bewegungsabläufe durchzuführen sowie der „einprogrammierten“ Fehlhaltung gegenzusteuern. Schließlich ist die Schwerkraft eine nicht zu unterschätzende Größe, der unser Körper ständig entgegenwirken muss.

Haltungsanalyse und sensomotorische Einlagen

Die innere Haltung spiegelt sich im äußeren- und umgekehrt!

Unser Körper benötigt verschiedene Informationen, um zu wissen, wo und wie er sich im Raum befindet. Diese werden als Signale von den Augen, vom Gleichgewichtssinn, sowie von Tast- und Stellungsrezeptoren in Haut und Gelenken unserem Nervensystem vermittelt. Daraus „berechnet“ unser Gehirn unsere Lage und Haltung und hält uns über die Steuerung der Muskulatur im Sinne eines Regelkreises im Gleichgewicht.

Dabei spielt der Fuss eine besondere Rolle, als unsere „Basis“ wirken sich seine Tastinformationen und seine Funktion auf die gesamte Körperstatik aus. Aufgrund der heutigen modernen Anforderungen von harten Böden und oft ungeeigneten Schuhen kann der Fuss dieser, seiner natürlichen, Funktion allerdings nur noch schwerlich nachkommen, was sich auf die gesamte Körperstatik auswirkt.

Durch das Bewusstwerden und Lösen von Spannungen durch meine Behandlungs-methoden, gezielte Körpermobilisation, -stabilisation und Haltungskorrektur, sowie Gleichgewichts- und Koordinationstraining, kann diese Regulation wieder angeregt werden. Die Körperstatik kommt wieder besser ins „Lot“. Wenn gewünscht und indiziert, kann zudem eine spezielle Art von Schuheinlagen diesen Prozess der Neuregulation bei Ihnen effektiv und nachhaltig unterstützen. Vor der Behandlung, zur Ergänzung der Diagnostik und Einlagenanpassung, sowie zur Verlaufskontrolle wird eine computergestützte fotometrische Haltungsanalyse durchgeführt.

Diese sensomotorischen Einlagen werden individuell angepasst und wirken über spezielle Rezeptoren an den Sehnen und Faszien der Fußmuskulatur. Es geht hier nicht um eine passive Unterstützung des Fußes, die die Muskulatur meist noch mehr schwächt oder ungünstig stimuliert, sondern um eine leichte, aktive Stimulation von bestimmten „Reflexzonen“ am Fuß. Der Körper wird durch die Einlagen angeregt, sich selbst wieder „ins Lot“ d.h. in eine aufrechtere und damit stabilere Haltung zu begeben. Die aufrechtere Haltung kostet den Körper viel weniger Kraft, denn die Muskulatur des gesamten Körpers wird wieder physiologischer, gleichmäßiger und damit ökonomischer belastet. Dadurch können sich durch eine vorherige ungünstige Haltung entstandene Spannungen und Gelenkblockaden im gesamten Körper lösen. Es kann also über die (Einlagen-) Behandlung des Fußes positiven Einfluss genommen werden auf Beschwerden und Fehlstellungen der ganzen darüber liegenden Muskulatur, Faszien und Gelenke, wie z.B. Sprunggelenk, Knie-, Hüfte, Becken, Wirbelsäule  sowie Schulter oder Kiefergelenk.

Dr. med. Julia Wengert

BewusstSein durch Berührung